Weinlagen

Unsere Weinbergslagen in Rheinhessen ziehen sich vom „Land der tausend Hügel“ bis zum Fuß des Rheins: Von Weinolsheim nach Dalheim bis nach Oppenheim und Nierstein.

Durch den Schutz des Donnersbergs im Westen und der dichten Nähe zum Rhein, mit den verschiedenen Gesteins- und fruchtbaren Lehm- und Lößböden, die gefüllt sind mit natürlichen Ressourcen, stehen unsere Lagen für einen qualitativ sehr hochwertigen Weinbau. Im Durchschnitt scheint die Sonne mehr als 1.500 Stunden im Jahr mit nur 500 mm Niederschlag.


Weinberg im Hügelland Rheinhessen
 

Ortsweine „Hügelland“

Dalheimer Böden

Die im Bereich der Lage Dalheimer Kranzberg angetroffenen fossilreichen Sande gehören zur Stadecken-Formation, die vor ca. 30 Millionen Jahren im Bereich des Mainzer Beckens abgelagert wurden. Vor etwa 34 Millionen Jahren war das Mainzer Becken als Teil eines durch Mitteleuropa Nord-Süd verlaufenden Bruchsystems so tief eingesunken, dass über den Oberrheingraben und über die Hessische Senke Verbindungen zu den Weltmeeren entstand. Die Fossilfunde von Land- und Meerestieren, sowie auch zahlreiche Muscheln, Schnecken sowie Kleinkrebse und Planktonorganismen, kennzeichnen diese damalige tropische bis subtropisch, stellenweise auch von Korallen- und Kalkalgenriffe eingerahmte Meeresbucht. Die Reben gedeihen hier auf schwerem Lehmboden mit Löß-Anteil, der zudem auch reichlich Tonanteile besitzt. Das Mikroklima, die Ausrichtung der Reben und die Zusammensetzung des Bodens beeinflussen die Entwicklung der Trauben sehr positiv.

 

Weinolsheimer Kehr

Ausgangsmaterial dieses Bodens aus kalkhaltigem Lockermaterial sind 24 bis 31 Millionen Jahre alte Meeresablagerungen. Damals waren weite Teile des Mainzer Beckens von einem subtropischen Meer bedeckt. Im ruhigen von Brandung, Flussmündung und Meeresströmung wenig beeinflussten Wassers des Beckeninneren lagerte sich kalkreicher Schlamm, so genannter Mergel ab. Der kalkhaltige Tonschlamm wurde zu Tonmergel, auf welchem heute die Reben des Weinbergs Weinolsheimer Kehr wachsen und gedeihen. Die Tone in den Mergeln besitzen einen hohen Anteil an quellfähigen Tonmineralen. Diese nehmen Wasser z.B. über die Niederschläge auf und dehnen sich dabei aus. Wenn dieses Wasser bei Trockenheit allmählich wieder abgegeben wird, nehmen die Tonminerale ihr ursprüngliches Volumen wieder an. Diese Quellung und Schrumpfung im Jahreszeitenwechsel führt im Laufe der Entwicklung dieses Bodens zur Ausbildung eines speziellen Bodengefüges. Es bilden sich sehr dichte, vieleckige, scharfkantige Bodenaggregate, die sich ideal für den Weinbau nutzen lassen. Auf diesem Lehmboden gedeihen unsere besonders vollmundigen, fruchtigen und saftigen Weine.


Weinlage Rheinhessen
 

Lagenweine „Rheinfront“

Oppenheimer Herrenberg

Der Oppenheimer Herrenberg ist ein Weinberg mit einem Mergel/Pararendzina Boden aus kalkreichen Tonen und Sanden. Der Boden ist sehr carbonat- und nährstoffreich und mit einem günstigen Wasserhaushaltsspeicher ausgestattet. Der Gehängelehm besteht aus Kalkstein, Löß und toniger Lehmstruktur, welcher ideale Voraussetzungen für Nährstoffe bietet, die durch die Wurzeln der Reben in die Trauben gelangen.
Der Herrenberg gehörte zum Besitz der geistlichen und weltlichen Herren von Dalberg. Er liegt im oberen Bereich des Sackträgers und profitiert ebenfalls von der Hanglage mit großer Sonneneinstrahlung. Die starke Mineralik im Boden ist ideal für Riesling- und Spätburgunderreben.

 

Oppenheimer Sackträger

Der Oppenheimer Sackträger ist einer der besten Lagen Deutschlands. Seinen Namen hat er von der mittelalterlichen Gilde der Sackträger, die Schiffsladungen vom Rhein in die Stadt trugen. Unser Riesling Oppenheimer Sackträger „Alte Reben“ und unsere Auslese „Franziska G“ wachsen auf einem Kalk-Mergel und Gehängelehm, welche ein wunderbares Bodenprofil mit einem vielschichtigen Aufbau bieten. Den Untergrund dieses Bodens bilden ab einer Tiefe von mehr als 2 m stark verwitterte Kalksteine sowie hellgelbe, sandig-mergelige Dolomite. Sie sind Ablagerungen eines tropischen Meeres, dass vor ca. 23 Millionen Jahren Rheinhessen bedeckte. Die klimatischen Gegebenheiten des am Südhang gelegenen Weinbergs mit dem nach Norden geschützten Hügel schaffen ideale Voraussetzungen für die Spritzigkeit des für die Rieslingtrauben typischen Charakters.

 

Oppenheimer Schützenhütte

Bei der Alleinbesitzlage Oppenheimer Schützenhütte handelt es sich um eine der wenigen verbliebenen Einzellagen in Oppenheim. Die nur 1 ha kleine Rebfläche wird durch die mittelalterliche Stadtmauer vor kalten Ostwinden geschützt. Die südwestliche Ausrichtung und die alte Bruchsteinmauer fördert das gute Klima im Weinberg. Die Rieslingreben gedeihen hier auf Löss und sandigem Lehm. Die sich im Weinberg befindende Schützenhütte ist ein Pavillon, der auf dem Sackträgerturm steht. Bei einer Stadtverteidigung waren hier die Zunft der Sackträger postiert. Unsere Weine aus der Alleinlage Oppenheimer Schützenhütte sind die Rieslinge Spätlese feinherb und der Riesling trocken „Alte Stadtmauer“. Sie zeichnen sich durch das einmalige Terroir aus und beeindrucken mit viel Frucht und konzentrierter Fülle, was dem Witterungsschutz durch die Alte Stadtmauer zu verdanken ist.

 

Niersteiner Pettenthal / Roter Hang

Dieser rotliegende Boden hat sich aus kalkreichen Ton-, Schluff- und Sandsteinen entwickelt, die vor 280 Millionen Jahren abgelagert wurden. Damals herrschte in Rheinhessen ein trockenheißes Klima; kurzlebige Tümpel und Salzpfannen prägten die Landschaft. Die rote Ton- und Sandsteinerde kann nur knapp bemessene Wassermengen speichern. Die Durchwurzelung für Reben des tieferen Gesteins ist schwierig. Rötliche, dunkle Farbe und insgesamt gute Durchlüftung bedingen eine schnelle Erwärmung. Nährstoffe sind in dem carbonathaltigen Boden ausreichend vorhanden, Eisenminerale liegen in größeren Mengen vor. Auf diesem flachgründigen, mineralienreichem und wasserarmen Standort kommt erfahrungsgemäß am besten der Riesling zurecht. Die Hangneigung der Weinberge von Südost bis Ost begünstigen die Sonneneinstrahlung und somit die Reife der Reben. Es sind fast ausschließlich Rieslingreben an diesem Hang zu finden.

 

Niersteiner Bergkirche

Der aus einer Löß und sandiger Lehm Mischung bestehendem Boden ist reich ausgeprägter an Mineralik. Hier gedeihen herrliche Rieslingreben, die durch die Südosthanglage des Weinbergs optimale klimatische Voraussetzungen haben. In dieser fantastischen Lage hat man einen fazinierenden Blick über den Rhein und umgebende Landschaft.
Benannt ist der Weinberg nach der über Nierstein gelegenen Bergkiche St. Kilian.

 

Niersteiner Hölle

Die Kalksteine, aus denen sich dieser Boden entwickelt hat, sind Reste eines verfestigten Korallen- und Kalkalgenriffs, das vor circa 23 Millionen Jahren in einem tropischen Meer, das Rheinhessen bedeckte, wuchs. Am Ende des Zeitalters setzten unter subtropischen, feuchtwarmen, festländischen Bedingungen Lösungsverwitterungen ein. Die schlecht löslichen, nicht kalkigen Bestandteile (z.B. Tonminerale und Eisenverbindungen), die im Kalk zuvor eingelagert waren, blieben zurück und bildeten eine lehmige oder tonige Schicht, den so genannten Residualton. Die Tone besitzen einen hohen Anteil an quellfähigen Tonmineralen, das heißt der Boden kann große Mengen Wasser speichern, allerdings bindet er einen Teil davon so fest, dass die Reben ihn nicht nutzen können. Durch den hohen Wassergehalt im Frühjahr erfolgt die Erwärmung des Bodens verzögert. Der sehr steinige Untergrund ist nur schwer durchwurzelbar, ältere Reben können allerdings auch in Trockenphasen immer Wasser und Nährstoffe aus der Tiefe erreichen. Der Boden ist insgesamt sehr mineralisch und reicht von Kalkstein bis Muschelkalk. Unser Pinot Noir und Weisser Burgunder reifen hier zu großen Weinen heran.